Die StVO des Waldes ist das Bundeswaldgesetz

Was ist in Deutschland nicht geregelt? Die Antwort muss ich ehrlicherweise schuldig bleiben. Mir fällt dazu nämlich gerade nichts ein ;-). So gibt es für den Mountainbiker im Wald das Bundeswaldgesetz und für den Rennradsportler die Straßenverkehrsordnung (StVO), die wir alle natürlich kennen, soweit wir einen Führerschein haben … Die Leser ohne Führerschein sind davon nicht befreit, aber die StVO gibt es auch zum Nachlesen. Das Bundeswaldgesetz oder auch das Landesforstgesetz sind da eher unbekannt.

Kleine Anmerkung vorab: Dies ist keine juristische Beratung! Die Informationen sind rein nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und dienen der Orientierung.

Auf Bundesebene (für den Vergleich zur bundesweit geltenden StVO) regelt das Bundeswaldgesetz (BWaldG) unser Miteinander im Wald. Das BWaldG ist also die StVO des Waldes. Es gibt aber länderspezifische Regelungen in den Landeswaldgesetzen oder Landesforstgesetzen sowie in den Landesnaturschutzgesetzen.

Was ist Wald?

Zunächst sollten wir klären, was eigentlich Wald ist bzw. wo das Bundeswaldgesetz Anwendung findet. Geklärt wird das in §2 des BWaldG. Klar ist „Wald“ das, wo Bäume wachsen, die länger als 20 Jahre dort stehen sollen. „Wald“ sind insbesondere auch die Waldwege, Lichtungen und Wiesen im Wald bzw. zwischen den Wäldern.

Kein „Wald“ sind allerdings kleine Anpflanzungen in bebauten Gebieten, also kleine Parks in der Stadt oder Büschen, Hecken mit kleinen Bäumen…

In den Landeswald- bzw. Landesforstgesetzen kann der Waldbegriff allerdings verändert werden. In Nordrhein-Westfalen (NRW) stimmt das Landesforstgesetz (LFoG) für unsere Zwecke mit dem Bundeswaldgesetz überein.

Wir sind Radfahrer – lasst uns hinein!

Das wichtigste zu Beginn, Radfahrer dürfen in den Wald. Als vernünftige und verantwortungsbewusste Radfahrer bleiben wir natürlich auf den (Wander-) Wegen und sind daher im Einklang mit §14 Abs. 1 des Bundeswaldgesetzes, das besagt:

„Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist gestattet. Das Radfahren, das Fahren mit Krankenfahrstühlen und das Reiten im Walde ist nur auf Straßen und Wegen gestattet. Die Benutzung geschieht auf eigene Gefahr. Dies gilt insbesondere für waldtypische Gefahren.“

Aber was ist denn noch mal ein Weg?

Der Duden sagt dazu „(…) etwas, was wie eine Art Streifen – im Unterschied zur Straße oft nicht befestigt – durch ein Gebiet, Gelände führt und zum Begehen [und Befahren] dient (…)„. Für mein Verständnis von MTB fahren, dass eher dem Cross-County (XC) gleicht, passt das. Das muss natürlich nicht für alle so sein …

NRW – Land der Glückseligen?

Im weiteren beziehe ich mich auf Nordrhein-Westfalen – für Mountainbiker (vgl. §2 LFoG Absatz 2)  vergleichsweise ein Bundesland der Glückseligkeit. Warum? Hier darf man sich auf allen Wegen und damit auch Wanderwegen schmaler als 2 Meter frei im Wald bewegen, das ist nicht überall so. Dass man sich nicht quer durch das Unterholz kämpft, sollte wie auch für andere Waldbesucher selbstverständlich sein.

Ergänzend zum Landesforstgesetz gibt es noch das Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG NRW). Aber auch hier geht es den Radfahrern weiterhin gut, denn gem. §57 Abs. 2 dürfen die Radfahrer auf Wegen in den Wald.

„Du kommst hier nicht rein!“

Wenn jetzt jemand um die Ecke kommt und sagt „Das ist mein Wald, Radfahrer will ich hier nicht!“, steht der „jemand“ erst mal auf verlorenem Posten. Zum einen haben Fußgänger und Radfahrer die gleichen Rechte (vgl. §2 LFoG Absatz 1+2) und die Sperrung von Wegen (Waldflächen) bedarf gem. §4 LFoG Abs.1 der Genehmigung der Forstbehörde und insbesondere der Kennzeichnung (§4 Abs. 4).

Und so soll es auch bleiben! Danke DIMB!

Wie es in NRW im Detail und leider in anderen Bundesländern traurigerweise aussieht, findet ihr bei der Deutsche Initiative Mountainbike e.V..

Die Deutsche Initiative Mountainbike e.V. setzt sich für das Miteinander und die Interessen der Mountainbiker in Deutschland ein. Daher setzt sich die Initiative auch mit Fachleuten mit der Gesetzeslage, der aktuellen Rechtsprechung und der Politik auseinander. Ein Blick auf die Seite der Initiative OpenTrails lohnt sich also.

Wie ist das mit den Hunden und Radfahrern im Wald?

Das Zusammentreffen von Hunden und Radfahrern im Wald ist nicht immer problemfrei, aber in Deutschland ist auch das (etwas) geregelt. Mehr dazu im Beitrag „Trifft Hund auf Radfahrer“.

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